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  Die „Experten“ als säkulare Priesterkaste im Dienste der modernen Plutokratie
  Das sogenannte Expertentum als größter Feind der wissenschaftlichen Redlichkeit
    Ein Gastartikel
       
 
Mit wenigen Ausnahmen wählen die Privatinstitute ihr Personal nicht nach wissenschaftlicher Leistung, sondern nach der Gesinnung aus. Wer dort forscht, weiß im voraus, zu welchen Ergebnissen er zu gelangen hat. Auch wenn man den Jungakademikern keine konkreten Anweisungen erteilt, begreifen sie schnell, daß sie nicht für kreatives Denken bezahlt werden. „Wir sind hier kein Promotionssauschuß, vor dem jeder Doktorand in Ruhe seine Thesen ausbreiten darf, gibt Burton Pines, Forschungsdirektor bei der Heritage Foundation, unumwunden zu. „Unser Auftrag lautet, konservative Politiker mit Argumenten einzudecken." Leider eignen sich abgestandene Ideologien nur bedingt zur Lösung aktueller Probleme. Mithin perpetuieren solche Liebesdienste eher die alte Polemik, als daß sie brauchbare Erkenntnisse liefern.
 
    Fareed ZakariaChefredakteur von Newsweek International und politischer Kommentator beim ABC News    
       
 
In der Praxis widerstrebt es Menschen, eine Theorie aufzugeben, in die sie viel Zeit und Mühe investiert haben. Gewöhnlich stellen sie deshalb die Genauigkeit der Beobachtungen in Frage und versuchen die Theorie so abzuändern, daß sie zu den Beobachtungen paßt. Schließlich verwandelt sich die Theorie in ein schiefes und häßliches Gebäude.
 
    Stephen Hawkingbekannter britischer theoretischer Physiker und Astrophysiker    
       

Schon Machiavelli, der in der späten Feudalzeit lebte, wusste, dass ein Herrscher die Fähigkeiten des Löwen und des Fuchses besitzen muss, will er erfolgreich sein. Er muss wie ein Löwe für Abschreckung und Einschüchterung sorgen, aber zugleich Gerissenheit und Klugheit haben, die Beherrschten zu überzeugen, seine Herrschaft sei die Ordnung, die auch für sie die beste oder bestmögliche ist. Überzeugen kann man immer nur dadurch, indem man die herrschende Ordnung irgendwie mit dem in Zusammenhang bringt, was die Menschen allgemein schätzen und achten. Früher war es Gott und Religion, heute ist es Vernunft bzw. Kompetenz und Wissenschaft. Früher wurde mit Gottes Willen alles was die Herrschenden getan haben begründet und gerechtfertigt, heute mit „Sachzwängen“, welche die Wissenschaft festgestellt haben soll. Ersteres war die Aufgebe Priester, letzteres ist die der Wissenschaftler, die üblicherweise als Experten auf ihrem Gebiet bezeichnet werden. All die Strategien, die wir in den vorigen Beiträgen besprochen haben, wurden von diesen Experten, vor allem denen für ökonomische Fragen, herausgearbeitet. Was wollen diese sagen, wenn sie sich auf die Wissenschaft berufen?

Die erfolgreichsten Wissenschaften, die Naturwissenschaften, sind sehr mathematisiert. Auf die Wirtschaftswissenschaft trifft das ebenfalls zu. Die Wissenschaften deuten die Realität richtig, das heißt sie können Zusammenhänge herausfinden und deshalb korrekt vorhersagen, was passieren wird, wenn man etwas tut oder nicht tut. Die Wirtschaftswissenschaft kann das trotz all der Mathematik, auf die sie so stolz ist, jedoch nicht. Die Mathematik, so wie sie sie benutzen, ähnelt in ihrer Form und Anwendung sehr einer Liturgie, nur sind ihre Dogmen nicht irgendwelche Verse aus heiligen Texten, sondern mathematische Formeln. Vor einer breiten Öffentlichkeit protzen die Ökonomen mit der Mathematik meist in Form von Statistiken. Diese Deutung der Welt und der Zukunft hat erst recht nichts mit wissenschaftlichen Erklärungen und Prognosen zu tun. Sie entspricht am ehesten dem antiken Orakel von Delphi – dazu werden wir etwas mehr sagen. Um die so genannte Deutungshoheit – ein treffendes Wort! - zu behalten, nutzen die modernen Experten natürlich auch alle sozusagen vormathematischen Manipulationsmöglichkeiten, etwa in der Definition der Rechengrößen. Auch das schauen wir uns etwas genauer an.

Sind diese Experten einfach nur unfähig, die eigene Wissenschaft richtig zu beherrschen? Das trifft nicht zu, weil sie gar keine richtige Wissenschaft haben. Ihre Aufgabe im Herrschaftssystem ist die von Machiavellis Fuchs, die dem Zeitgeist angemessen die Strategie betreiben, sich wie Wissenschaftler zu verhalten und zu sprechen. Heißt das, sie sind allesamt sehr kluge, aber böse Menschen? Und was macht den Wissenschaftler an sich überhaupt aus? In diesem Beitrag werden wir darüber sprechen, um uns in den folgenden ihr Tun genauer anzusehen.

Sind die neoliberalen Wissenschaftler wirklich korrupt oder nur unfähig?

Was wir dem wirtschaftswissenschaftlichen Mainstream vorwerfen, ist keine Kleinigkeit. Doch haben wir überhaupt stichhaltige Hinweise, die unsere Behauptung stützen? Die haben wir in der Tat. Lassen wir zunächst den bekannten, erst kürzlich verstorbenen französisch-amerikanischen Mathematiker Benoit B. Mandelbrot zu Wort kommen, der in seinem Buch „Fraktale und Finanzen“ über die Bemühungen eines Kollegen berichtet und uns im darauf folgenden Absatz mitteilt:

„Ich teile seine Frustration. Es ist nicht zu glauben, daß wir so wenig darüber wissen, wie Menschen reich oder arm werden, wie es dazu kommt, daß sie bequem und gesund leben können oder in Not und Krankheit sterben. Finanzmärkte sind die Maschinen, in denen sich ein Großteil menschlicher Wohlfahrt entscheidet, und doch wissen wir mehr darüber, wie die Motoren unserer Autos funktionieren, als darüber, wie unser globales Finanzsystem arbeitet. Wir schlittern von Krise zu Krise. In einer vernetzten Welt breitet sich Chaos auf dem einen Markt sofort auf alle anderen Märkte aus – und wir haben nur eine schwache Ahnung, warum das geschieht oder wie das zu steuern wäre. Unser Wissen ist so begrenzt, daß wir nicht auf die Wissenschaft, sondern auf Schamanen zurückgreifen. Wir legen die Kontrolle über die größte Ökonomie der Welt in die Hände einiger älterer Herren, der Zentralbankiers. Wir begreifen nicht, was sie tun. Doch wir trauen ihnen blindlings zu, daß sie die Geister der Ökonomie irgendwie dazu veranlassen können, uns finanziellen Regen und Sonnenschein zu bringen und uns vor Frost und Pestilenz in den Finanzen zu bewahren. Wenn ich mir wünschen könnte, welche Botschaft dieses Buches überdauert, dann diese: Der Finanzbereich muß seine schlechten Gewohnheiten ablegen und sich eine wissenschaftliche Methode aneignen.“ ... >

Besonders interessant an Mandelbrot ist, dass er sein ganzes Leben lang immer unabhängig blieb, stets nur das glaubte und tat, von dessen Richtigkeit er überzeugt war und seine Karriere als wissenschaftlicher Außenseiter verbrachte. Versuchen wir einmal, die Wirtschaftswissenschaft aus der Sicht eines solchen Menschen zu sehen. Als ernsthafter Wissenschaftler, der sich nichts Anderem als der Wahrheit verpflichtet fühlt, konnte man in den vergangen Jahrzehnten zusehen, wie sich die Ökonomen immer wieder irrten und die von ihnen empfohlenen Maßnahmen nie das versprochene Ergebnis brachten, aber ihre Theorien trotzdem nicht verworfen wurden und sie ihre Lehrstühle oder sonstigen gut bezahlten Posten behalten durften. In Anbetracht dessen darf man die Redlichkeit und Professionalität des Wissenschaftsbetriebs in der Ökonomie bezweifeln. Wenn wir genauer hinsehen, fällt uns noch etwas auf. In der Zeit, in der die Ökonomen fortlaufend versagt haben, ohne negative Konsequenzen erleiden zu müssen, ist ein sehr kleiner Teil der Menschheit unglaublich reich geworden. Dieses geradezu symbiotisch anmutende Verhältnis kann kein Ergebnis des Zufalls sein. Tatsächlich ist das Problem der gekauften klugen Köpfe so alt wie die Zivilisation selbst. Im alten Griechenland etwa gab es Sophisten, die jeweils das als Wahrheit verbreiteten, was diejenigen hören wollten, die ihnen am meisten Geld boten.

Wissenschaftler sind keine besonderen und keine besseren Menschen

Als unbedarfter Mensch gewinnt man leicht den Eindruck, Wissenschaftler besäßen eine überlegene Intelligenz, die sie befähigt, hochkomplizierte Gedankengänge zu bewältigen und dahinterzukommen, was die Welt „im Innersten zusammenhält“. Schon in der Schule werden Kinder mit auffallend guten Noten schräg angesehen und oft als „Streber“ gemobbt. Dessen Eltern glauben natürlich nur zu gern, ihr Kind sei besonders „begabt“, anstatt zu sagen, es könne eben besser lernen als andere, aus einem Grund, den niemand kennt. Im Erwachsenenalter betrachten die „normalen“ Menschen diejenigen mit höherer Ausbildung mit einer Mischung aus Respekt und Argwohn. Tatsächlich ist beides in gewisser Weise berechtigt. Es ist in der Tat nicht leicht, ein wirklich guter Wissenschaftler zu werden, auch wenn Begabung dabei eine weit geringere Rolle spielen dürfte als Fleiß und Ausdauer. Allerdings sind hoch gebildete Menschen auch nicht so elitär, wie sie sich selbst nur zu gern sehen. Im Gegensatz zu den Ideen vieler (vormoderner) Philosophien geht eine höhere Bildung nicht mit einem besseren Charakter oder einer selbstverständlichen Liebe zu Wahrheit und Redlichkeit einher. Kurz gesagt: Wissenschaftler sind Menschen wie alle anderen auch, mit allen Fehlern und Schwächen. Nur haben sie in den meisten Fällen gelernt, ihre Unvollkommenheiten geschickt zu verbergen, sei es auf sachlicher oder gesellschaftlicher Ebene. Für erstere reicht es, im Studium gut aufzupassen und sich rhetorische Tricksereien anzueignen. Auf der letzteren können sich die meisten sozusagen von Haus aus behaupten, denn der absolute Großteil der Menschen, die ein Studium aufnehmen bzw. eines abgeschlossen haben stammt nach wie vor aus bürgerlichem Elternhaus, wo es gang und gebe ist, Antipathien nicht offen zu zeigen und Gewalt gegen andere statt in einer ehrlichen Prügelei lieber in Form von raffinierten Intrigen und psychischem Druck auszuüben.

Wissenschaftler sind also die perfekten Handlanger für die Mächtigen. Sie liefern „objektiv“ begründete Rechtfertigungen für das eigene Handeln und sind selbst über jeden Verdacht erhaben. In unseren Beiträgen über die Strategie, Kritiker als Verschwörungstheoretiker hinzustellen haben wir bereits erwähnt, dass der Normalbürger selbst dann wenn er förmlich riechen kann, dass etwas faul ist, gegen die Ausflüchte und falschen Fährten der „Experten“ chancenlos ist. Wie eben erwähnt sind Wissenschaftler ganz normale Menschen und als solche sind sie grundsätzlich erpressbar, bestechlich und auch ihre Gehirne lassen sich durchaus gut waschen.

Die Schaffung einer systemkonformen geistigen Elite

Wie gewöhnlich das Leben auch des brillantesten Wissenschaftlers ist, lässt sich schon daran erkennen, dass auch er von etwas leben muss. Was nützen ihm die großartigsten Einsichten, wenn er nichts zu essen hat? Wenn er keinen reichen Gönner hat der ihn unterstützt, muss er genauso für sein Geld arbeiten wie jeder andere. Da es auch im Wissenschaftsbetrieb allzu menschlich zugeht und er keinesfalls vom Rest der Gesellschaft isoliert ist, bleibt dieser von Modeerscheinungen, Ideologien, lähmendem Konsens und persönlichen Animositäten nicht verschont. Sollten seine Ideen nicht zum herrschenden Zeitgeist passen, wird ein Wissenschaftler keine Arbeit finden, sollte er an ihnen festhalten. Und was wird wohl passieren, wenn er dauernd seinen Vorgesetzten widerspricht oder sich weigert, unliebsame Tatsachen unter den Tisch fallen zu lassen respektive sie zu beschönigen? So muss er sich beugen und findet sich in derselben Situation wieder wie der Arbeiter, der am verhassten Fließband steht, weil er nicht verhungern will. Die systemimmanente Erpressung in der freien Marktwirtschaft verschont niemanden.

Erpressung wiederum lässt sich nach kurzem Überlegen als eine Art negative Bestechung verstehen. Und wo diese ist, da ist die eigentliche Bestechung nicht fern. Die einfachste Form der Bestechung ist das Anbieten von viel Geld. Aber auch Titel und Prestige eignen sich sehr gut als Köder, um sich eine Armee von Schreibtischtätern aufzubauen. Beide Maßnahmen bewähren sich wenn es darum geht, den staatlichen Universitätsapparat zu unterwandern. Nötigenfalls muss man eben die zuständigen Politiker in die Bestechung miteinbeziehen oder sie von bereits gewonnenen „Experten“ zu den gewünschten Handlungen überreden lassen. In den vergangenen 30 Jahren äußerst populär geworden sind private Forschungsinstitute, Stiftungen usw. Für diese hat sich seit einiger Zeit auch das Wort „Thinktank“ eingebürgert, wörtlich übersetzt also „Denkpanzer“, wobei die Frage durchaus naheliegt, ob hinter dieser militärisch gefärbten Bezeichnung mehr steckt als bloß ein simples Wortspiel. Wie dem auch sei, für einen Wissenschaftler ist es natürlich verlockend, Leiter eines ganzen Instituts oder sogar Rektor einer privaten Universität zu werden, was die Aufmerksamkeit der Presse und viele Einladungen auf Fachveranstaltungen nach sich zieht. Es versteht sich von selbst, dass ein solcher Posten auch gut bezahlt wird.

Hat man erst einmal in der Hand, was dem akademischen Nachwuchs gelehrt wird, potenziert sich der Einfluss der geförderten Ideen. Die jungen Menschen, die an die Hochschulen kommen, müssen das kritische und selbstständige Denken nämlich erst erlernen. Viele von ihnen unternehmen jedoch niemals einen ernsthaften Versuch in dieser Richtung, weil sie ihr Studium nicht als Entwicklung ihres Geistes, sondern als Vorbereitung auf ihre Berufstätigkeit begreifen. Deswegen interessieren sich die meisten Studenten vor allem für gute Abschlussnoten. So besteht reichlich Gelegenheit, ihre Studienzeit für die Gehirnwäsche zu nutzen und ihre Köpfe mit falschen Ideen vollzustopfen. Dazu überschwemmt man sie von Beginn an mit einer Welle komplizierter Mathematik und seit neuestem macht man ihnen mit den neuen Bachelor- und Master-Abschlüssen, die das Universitätsstudium zum Durchlaufen einer Paukschule degeneriert hat, kräftig Feuer unter dem Hintern. Hier beweist sich nochmals, dass auch Wissenschaftler nur ganz normale Menschen sind. Der Großteil von ihnen besteht immer aus geistigen Routiniers, die genau so gleichförmig und angepasst ihrer Arbeit nachgehen wie der schon zitierte Fließbandarbeiter. Unabhängige, aufmerksame, mutige Denker und wirklich originelle oder gar visionäre Köpfe sind unter ihnen genau so selten zu finden wie überall sonst.

Dazu kommt noch eine menschliche Schwäche, die auch den nicht-korrumpierten Wissenschaftsbetrieb immer wieder behindert: Es fällt unglaublich schwer, eine Meinung aufzugeben, in die man viel Zeit und Mühe investiert hat. Jedem Menschen ist schon aus dem Alltag bekannt, wie schmerzhaft es oft ist, einen Irrtum einzugestehen oder jemand anderem Recht geben zu müssen, selbst wenn es wirklich um nichts geht. Ist mit diesem Eingeständnis des Irrtums auch noch der Verlust der eigenen Pfründe verbunden, verwendet die betreffende Person viel Gehirnschmalz darauf, die Tatsachen so lange zurechtzubiegen, bis sie wieder passen. Wir können also durchaus von einer automatischen Selbstverstärkung des Status quo sprechen.

Neoliberale Ökonomie als Scheinwissenschaft

Leider gibt es keine Möglichkeit herauszufinden, ob die neoliberalen „Experten“ sich allesamt über die Untauglichkeit ihrer Theorien im Klaren sind und nur wegen Geld und Prestige an ihnen festhalten oder ob sie ihr Versagen wirklich so erfolgreich ignorieren und uminterpretieren können, dass ihnen selbst ihre Tatsachenbeugungen nicht als Schwindel und Betrug vorkommen. Allerdings wird das Ausbleiben eines fruchtbaren Zweifels durch die eben schon angedeutete Tatsache gefördert, dass im wirtschaftswissenschaftlichem Studium gar kein echtes wissenschaftliches Arbeiten gelehrt wird. Vielleicht ist in der Gemeinde der Ökonomen ja beides zugleich der Fall. Man könnte spöttischerweise eine Parallele zu Kultgemeinschaften ziehen: Diejenigen, die an der Spitze stehen und schon lange dabei sind, wissen längst dass es Unsinn ist, während die weniger Informierten und Naiven tatsächlich daran glauben. Dazu müssen wir eines unbedingt anmerken: Wenn es von Anfang an nicht das Ziel ist, etwas über die Wirklichkeit herauszufinden und allen Menschen einen Dienst zu erweisen, sondern die Interessen des Meistbietenden zu rechtfertigen und bei ihrer Durchsetzung zu helfen, dann sind die Ökonomen der vergangenen 30 Jahre keine Versager, sondern sehr erfolgreich. Derlei Kumpaneien lassen sich aber nur schwer objektiv beweisen. Mithilfe moderner Ermittlungsmethoden lassen sich Verbrechen gegen Menschen oder Gegenstände besser nachweisen als je zuvor, während man bei der Bekämpfung von Korruption und Vetternwirtschaft nach wie vor große Probleme hat, Absicht und Schuld der involvierten Personen eindeutig zu belegen. Zu dem Wenigen was man den neoliberalen Wissenschaftlern nachweisen kann, gehören sachliche Fehler und spitzfindige Interpretationen der Tatsachen.

Wie dem auch sein mag, ob tatsächlich korrupt oder einfach nur unfähig, in beiden Fällen ist das Ergebnis gleich verheerend. Über richtig und falsch entscheiden in der heutigen Ökonomie nicht die Tatsachen, sondern die Wünsche des Auftraggebers bzw. des akademischen Establishments. Das hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Wo Wissenschaft sich korrumpieren oder von menschlichen Unzulänglichkeiten überwältigen lässt, da stirbt sie. Die Ökonomen trimmen das bleiche Gesicht der Leiche ihres Fachs mit Schminke aus Fachchinesisch und einer Menge vor allem mathematischer Tricksereien auf lebendig und modern. In den folgenden Beiträgen wollen wir nicht auf jedes einzelne dieser scheinwissenschaftlichen Täuschungsmanöver eingehen. Zu dieser Thematik gibt es ganze Bücher. Wir werden den Schwerpunkt auf die institutionalisierte Fehlinformation legen, der jedem Bürger andauernd in den Medien begegnet.

 
 
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